Ziele und Pläne

Marcella Reinhardt – Vorsitzende des Regionalverbands mit einem starken Statement

Der Handlungsbedarf in Augsburg ist ungebrochen groß. So steht im Zentrum unserer Arbeit noch immer die Beratung, Begleitung und Unterstützung der Augsburger Sinti und Roma. Dabei erfahren wir Ausgrenzung und Diskriminierung nicht nur auf einer strukturellen Ebene, sondern auch von behördlicher und amtlicher Seite. Unsere Arbeit wird erschwert durch hartnäckige Vorurteile, tiefsitzende Feindseligkeit und eine Ignoranz und ein Desinteresse, die jedesmal schockieren. Mit unseren Aktivitäten und Aktionen wollen wir uns bewusst für Gleichstellung und gegen Ausgrenzung einsetzen.

Folgende Projekte sollen helfen, unsere Ziele umzusetzen:

Umwandlung der Halle 116 in ein Dokumentation- und Bildungszentrum
Die Halle 116 im Sheridan-Park war ein Außenlager des KZ Dachau. Ziel ist es, diese Halle gemeinsam mit weiteren Augsburger Initiativen und Organisationen in ein Dokumentations-und Bildungszentrum zu verwandeln, um eine effektive Erinnerungs-und Aufarbeitungsarbeit zum Holocaust leisten zu können. Denn auch die Augsburger Geschichten von Überlebenden müssen erzählt werden und unsere Kinder aus der Geschichte lernen.

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Augsburg und Holocaust-Aufklärung
Der Regionalverband möchte sich für die Errichtung eines Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Augsburg einsetzen. Die in Augsburg lebenden Nachkommen der im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Menschen und die Überlebenden des Holocaust verspüren den Wunsch nach einem Ort der Erinnerung. Die Errichtung des Denkmals hilft, die Schrecken zu visualisieren und dem Vergessen entgegenzuarbeiten. Dazu zählen auch die Aufklärung zum Holocaust und eine Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft für die Verbrechen, welche Sinti und Roma im Nationalsozialismus erleiden mussten. Vor allem die Zeitzeug_innengespräche, die Projektarbeit mit Schulklassen und öffentlichkeitswirksame Aktionen sollen helfen, den Holocaust im Gedächtnis der Stadt Augsburg zu verwurzeln. Inbegriffen sind die Aufklärung zu aktuellen Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung sowie die Dokumentation institutioneller Diskriminierungsformen.

Veranstaltungen und Aktionen zur interkulturellen Kommunikation
Die Sensibilisierung für antiziganistische Handlungs- und Verhaltensweisen stellt einen weiteren Schwerpunkt in der Arbeit des Regionalverbands dar. So möchte der Regionalverband für Institutionen der Jugend- und Bildungsarbeit Ansprechpartner sein und die Ressourcen bereitstellen, Workshops und Trainings in Schulen, Jugendzentren und an der Univeristät durchzuführen. Weiterhin möchte der Regionalverband den Verwaltungsbehörden, wie dem Jobcenter oder dem Ordnungsamt, die Möglichkeit bieten, ein Fortbildungsangebot zur Sensibilisierung der Angestellten wahrzunehmen.

Das Augsburger Fischerholz – Untrennbar von der Geschichte Augsburger Sinti